Mit der "Wolvenjacht 5" bis nach Gouda 

In diesem Jahr werden wir unseren Urlaub ohne unseren Sohn Marcel verbringen, der es vorgezogen hat lieber nach Mallorca zu fliegen.


So machen wir zwei uns auf den Weg nach Zwartsluis wo wir am Nachmittag gegen 15 Uhr ankommen.
Hier werden wir schon erwartet und von Herrn van de Berg und seinem Kollegen freundlich begrüßt.
Nach Erledigung der üblichen Formalitäten beginnen wir mit dem Einrichten des Schiffes und gehen anschließend einkaufen um für die nächsten Tage versorgt zu sein.
Wir werden heute nicht mehr ablegen da es schon spät ist, und erst morgen früh unseren Törn beginnen

Nach einer ruhigen Nacht legen wir nach dem Frühstück ab und verlassen den Hafen gegen 9 Uhr.
Unsere Fahrt führt uns über das Zwartewater vorbei an Genemuiden zum Zwartemeer.
Das Passieren des Ramsdiep bringen wir so schnell als möglich hinter uns da die Passage immer etwas eintönig ist. Über das Ketelmeer geht es weiter in die Randmeere. Dort passieren wir am Mittag die Roogebotsluis und suchen uns anschliessend im Drontermeer einen Liegeplatz um eine Pause einzulegen. In den letzten Jahren hat man hier viele neue Liegeplätze geschaffen.

 

Anschließend geht es weiter weil wir unser heutiges Etappenziel noch nicht erreicht haben. Vorbei an Elburg, fahren wir weiter über das Veluwemeer bis nach Harderwijk wo wir warscheinlich den letzten freien Liegeplatz an der Kade gegenüber des Dolfinariums bekommen. Hier werden wir die Nacht über bleiben, haben uns aber vorgenommen in Zukunft während der Hauptsaison Harderwijk nicht mehr anzulaufen, da es einfach zu voll ist. Der Freizeitpark mit dem Dolfinarium ist doch ein großer Publikumsmagnet bei den Niederländern und Touristen.
Hier haben wir das Cabriocup abgebaut und sind häufig mit gelegtem Mast gefahren um Wartezeiten vor Brücken zu vermeiden.

Was der Wetterbericht gestern angekündigt hat ist erwartungsgemäß eingetreten.
Windstärke 5 aus Südwest.
Unser heutiges Ziel sollte Weesp an der Vecht sein.
Bei sehr kräftigem Gegenwind fahren wir bis zur Schleuse Nijkerk die wir gemeinsam mit einem Berufsschiff passieren. 
Dem Nijkerkernauw folgen wir bis zur Tonne 27 wo es dann in nödlicher Richtung weiter durch das Eemmeer geht.
Durch den Richtungswechsel haben wir den Wind jetzt voll auf der Backbordseite.
Das Schiff beginnt zu rollen, was sehr unangenehm ist.
Mit gedrosselter Fahrt geht es weiter durch die Stichtsebrug ins Gooimeer.
Der Sturm nimmt an Stärke zu und die Wellen schlagen mit voller Wucht gegen den Schiffsrumpf. Um kein weiteres Risko einzugehen beschliessen wir zur Sicherheit dem Anlooophaven von Huizen anzusteuern. 
An einem ehemaligen Berufsschiff machen wir mit Erlaubnis des Skippers fest und sind froh einen sicheren Hafen erreicht zu haben.
Das Wetter wird wieder besser und nachdem wir uns von unserem Abenteuer erholt haben gehen wir ein Stück spazieren.
Wir haben hier leider keinerlei Versorgung und da der Sturm spürbar nachgelassen hat, starten wir die Maschine und fahren rüber in den Gemeindehafen, wo wir sanitäre Einrichtungen und Strom vorfinden.
Abends schauen wir uns noch den neu angelegten Industriehafen an, von dem aus auch die Schnellfähre nach Almere fährt.
Achtung ! ! ! Bei Begegnung mit der Schnellfähre in Huizen aufpassen, der Schiffsführer gibt selbst in der Zufahrt zum Hafen mächtig Gas.

Ausgeschlafen und erholt sind wir bereit für neue Abenteuer und die lassen auch nicht lange auf sich warten.
Es ist stark bewölkt aber trocken und wir legen bei Windstille ab.
Auf halbem Weg im Fahrwasser zur Hollandsebrug sehen wir voraus eine große graue Regenwand die allem Anschein nach vor uns herzieht.
Aber wir sollen uns irren, innerhalb einer Minute kommt diese Wolke auf uns zu und ehe wir uns versehen ergießt sich ein Wolkenbruch über uns, der uns dazu zwingt das Schiff aus dem Fahrwasser zu bringen um aufzustoppen da die Sicht gleich null ist.
So schnell wie die Sache beginnt ist das Ganze auch wieder vorbei und wir sind froh wieder bei guter Sicht unsere Fahrt fortsetzen zu können. So etwas haben wir auch noch nicht erlebt.
Durch das betonnte Fahrwasser des Muiderzand fahren wir zur Schleuse Muiden, um auf die Vecht zu gelangen. 
Leider finden wir auch diesmal keinen Liegeplatz in Muiden um die Stadt zu besichtigen. Also fahren wir weiter bis Weesp.
Beim Jachthafen WV.de Vecht finden wir einen schönen Liegeplatz zum übernachten.
Am Nachmittag machen wir unsere Fahräder klar und starten zu einer ausgiebigen Erkundungstour. 
Sehenswert sind die beiden Mühlen südlich des Jachthafens. Etwa 7 Kilometer flußaufwärts entdecketen wir die sehr idyllisch gelegene Uitermeersluis die etwas landeinwärts liegt und von der Vecht aus schlecht zu sehen ist.

Gemütlich fahren wir die Vecht stromaufwärts und genießen die Landschaft. Überall liegen Wohnboote an den Ufern die teilweise sehr liebevoll hergerichtet wurden. 
In Vreeland passieren wir die Van Leerbrug und fahren weiter durch kleine Dörfer mit wunderschönen Häusern und liebevoll angelegten Gärten. 
Ab jetzt wird die Vecht ganz besonders interessant, weil viele schöne Herrenhäuser ihr Ufer säumen.
Wir fahren weiter mit Ziel Utrecht und passieren die Orte Loenen, Breukeln und Maarssen. 
Hinter Maarssen kommt man in das Weichbild von Utrecht und hat die Stadtmitte bald erreicht. Um ca. 16.00 Uhr passieren wir die Weerdsluis und finden an Steuerbord vor der Monicabrug einen Liegeplatz.
Wir brechen auf zur Stadtbesichtigung und müßen feststellen das Utrecht nicht mehr so sauber ist wie 1999 als wir das letzte Mal die Stadt besucht haben. Trotzdem ist die Stadt sehenswert, schon wegen des Doms, dessen Mittelschiff im vorigen Jahrhundert einem Wirbelsturm zum Opfer fiel.

Unser Weg sollte uns eigendlich heute durch die festen Brücken von Utrecht führen um über den Vaartse Rijn weiter zu fahren. Wir erhielten die Information das dort eine Brücke wegen eines technischen Defektes nicht gehoben werden kann. So müssen wir den ganzen Weg zurückfahren. Bei Maarssen passieren wir die Opburenbrug und gelangen auf den Amsterdam - Rijnkanal. 
Bei Kilometer 41 biegen wir steuerbord ab zum Merwede - Kanal, dem folgen wir weiter bis zur Doorslagsluis. Dort wird es sehr eng und wir müssen erst den Gegenverkehr vorbei lassen. 
Von nun an wird es wieder richtig schön. Denn die Hollandse - Ijssel ist ein kleiner beschaulicher Fluss der sich sanft durch Wiesen und kleine Dörfer windet. Die Ufer sind teilweise naturbelassen, was dem Fluss seinen Charakter gibt. 
Wir genießen die abwechslungsreiche Landschaft und "tuckern" unserem Ziel Oudewater entgegen, das wir am Nachmittag erreichen. Hier finden wir ein liebevoll gestalltetes Dorf mit vielen alten Häuser vor. Ein Besuch ist lohnenswert.

Unsere heutige Etappe soll nicht ganz so lang sein, deshalb legen wir etwas später ab als sonst und folgen der Hollandse-Ijssel weiter flussabwärts bis sie in den Gouwekanaal mündet.
Die Reise verläuft weitestgehend unspektakulär bis auf die Begegnung mit einem Berufsschiff auf der Hollandse-Ijssel.
Vorrausschauendes Fahren und gegenseitige Rücksichtnahme auf dem schmalen Fluss sorgte für eine problemlose Begegnung. Von weitem konnten wir erkennen das der Schiffsführer seinen Kurs nach steuerbord richtete um uns Platz zu lassen.
Desweiteren verringerte er seine Geschwindigkeit um uns ein gefahrloses Passieren zu ermöglichen. 
Am frühen Nachmittag laufen wir nach dem Passieren der Julianasluis im Stadtkanaal von Gouda ein.
Uns erwartet eine lebendige Stadt mit einer Vielzahl an Geschäften und herausragender Architektur für die man sich Zeit nehmen muß.

Wir haben die Absicht an diesem Tag eine größere Strecke zurückzulegen . Um 8 Uhr legen wir ab und haben Glück. Zügig werden drei Brücken und eine Schutzschleuse für uns bedient. Weiter fahren wir auf der Gouwe in Richtung Waddinxveen. Was ungewöhnlich ist, die dortigen Hebebrücken werden nach der Öffnung vom Schiffsverkehr gleichzeitig passiert. Beide Seiten zeigen grün und wenn man zögert wird die Brücke einfach wieder geschlossen. 
Auf der Strecke bis nach Alphen a/d Rijn ist die Landschaft geprägt von Gewächshäusern und Anbauflächen für Obst und Gemüse. Einen geplanten Zwischenstop in Alphen a/d Rijn lassen wir ausfallen, weil uns die Stadt zu unattraktiv erscheint.
Wir setzten unsere Fahrt fort Richtung Aalsmeer. Das Wetter spielt mal wieder nicht mit und als wir in Aalmeer ankommen müssen wir feststellen das im dortigen Passantenhafen nur eine zweistündige Liegezeit erlaubt ist.
Einige Kilometer weiter bei Kilometer 39 auf dem Ringvaart van de Haarlemmermeerpolder finden wir einen Liegeplatz gegenüber dem Flughafen Schiphol.
Hier haben wir einen Logenplatz um startende und landende Flugzeuge hautnah zu beobachten.

Heute lassen wir es etwas ruhiger angehen, denn wir wollen nach Amsterdam und das ist nicht so weit entfernt. Wir fahren den Ringvaart Richtung Nieuwe Meer um dann bei der Nieuwe Meersluis einzuschleusen. Von nun an geht es gemütlich weiter, den ein Brückenwärter bedient hier mehrere Brücken. Ungewöhnlich viele Berufsschiffe kommen uns entgegen und wir müssen gut aufpassen.
Die Durchfahrt dauert mit Schleuse etwa 1 Stunde und wir erreichen den Houthaven. Danach fahren wir steuerbord auf dem Afgesloten Ij weiter. Hier ist sehr viel Schiffsverkehr und man sollte vorrausschauend fahren. Kleinfahrzeuge müssen sich weit steuerbord halten, um sich und den anderen Schiffsverkehr nicht zu gefährden. Es wird sehr stark von der Wasserschutzpolizei kontrolliert.
Wir fahren weiter bis in den Sixhaven um uns einen Liegeplatz zu suchen. Es ist Mittag und der Hafen ist schon sehr voll. Doch wir haben Glück und bekommen gleich nach der Einfahrt links einen schönen Platz. Wir liegen im Päckchen, quer vor den Boxen und haben eine wunderbare Aussicht auf das Wasser. Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg in die Stadt.
Wir benutzen die Schnellfähre, die uns kostenlos auf die gegenüberliegende Seite befördert.
Hinter dem Bahnhof besteigen wir ein Rundfahrtboot und machen eine einstündige Rundfahrt durch die Grachten von Amsterdam.
Wir machen noch einen ausgiebigen Spaziergang und besuchen das Schifffahrtsmuseum.
Am Abend kehren wir mit vielen neuen Eindrücken zurück zu unserem Schiff.
Die Stadt ist sehr beeindruckend und schön, wir werden wiederkommen.

Wir wollen weiter und starten zeitig den Motor. Die Fahrt bis zu den Oranjesluizn ist nicht sehr lang und wir können direkt in die Noordersluis einlaufen. Hier ist immer sehr viel los, den der Schleusenkomplex ist das Tor zum Marker - und Ijsselmeer. Nachdem wir die Schellingwouderbrug durchfahren haben, geht es weiter zur Insel Pampus auf dem sich ein altes Fort aus dem 18. Jahrhundert befindet.
Leider frischt der Wind auf und es wird ungemütlich auf dem Ij - Meer. Wir beschließen die Insel Pampus nicht anzulaufen und ändern unseren Kurs um in die sicheren Randmeere zu fahren. In Almere Haven legen wir mittags an und gehen einkaufen. Nachdem wir alles verstaut haben geht es weiter zum Jachthaven De Eemhof. Im Centerpark hinter dem Deich wollen wir schwimmen gehen. Am Nachmittag erreichen wir unser Ziel und lassen den Tag langsam und gemütlich ausklingen.
Hier werden wir zwei Tage bleiben und unsere Fahrt am 28.08. fortsetzen.

Heute geht es weiter über die Randmeere nach Elburg. Wir haben schönes Wetter und ich nutze den Aussenfahrstand. Es ist schön wenn das Wasser glatt ist und alles spiegelt sich darin. Ohne großen Aufenthalt geht es durch die Schleuse Nijkerk weiter nach Harderwijk.
Dort fahren wir durch das Aquädukt um dann über das Veluwemeer unser Tagesziel zu erreichen. Von weitem sehen wir schon die Elburgerbrug und biegen um 12.30 Uhr hinter der Brücke rechts ab um in den Hafen von Elburg einzulaufen. Nach 500 m machen wir unser Schiff am Passantensteg auf der rechten Seite fest. 
Nach der Mittagspause machen wir unsere Räder startklar und erkunden ausgiebig die Umgebung. Die Stadt ist sehr sehenswert und es herscht rege Betriebsamkeit.

Unser Urlaub neigt sich so langsam dem Ende entgegen und wir beschließen nach Kampen zu fahren, weil es dort sehr schön ist. In aller Frühe starten wir die Maschine und machen uns auf den Weg. Wir passieren die Roggebotsluis um über das Vossemeer die Ijssel zu erreichen. 
Nachdem wir auf die Ijssel eingebogen sind fahren wir gegen den Strom Richtung Kampen. Nach ungefähr 5 km Fahrt passieren wir die neue Ijsselbrücke, die wegen ihrer imposanten Grösse auch schon weithin sichtbar ist. Nachdem wir einige Werften und Häfen hinter uns gelassen haben, fahren wir in den Nieuwe Buitenhaven und machen dort am Schwimmsteg für die Nacht fest. 
Weil heute Sonntag ist, kann man auch einen ruhigen Stadtbummel machen und alles in Ruhe besichtigen.
Wir haben die Stadt auch schon anders erlebt.

Heute wird unser letzter Tag auf dem Wasser sein. Wir fahren die Ijssel stromaufwärts bis km 981, um dort backbord durch die Spooldersluis auf das Zwartewater zu gelangen. An Hasselt vorbei fahren wir bis nach Zwartsluis, wo wir gegen 13.00 Uhr den Heimathafen der Wolvenjacht 5 erreichen.
Hier werden wir noch die Nacht verbringen und treten am nächsten Morgen die Heimreise an.

Fazit:

Es war ein sehr interessanter und spannender Urlaub. Wir haben viel erlebt und eine sehr abwechslungsreiche Landschaft vorgefunden Ein Highlight war auf jeden Fall die Stadt Amsterdam, die wir sicher nicht zum letzten Mal besucht haben.


Niederkassel, den 14.09.04