Friesland, Overijssel und Gelderland

Nachdem wir in diesem Jahr schon drei Mal bei Yachtcharter Sneek waren, soll unser vierter und letzter Törn in diesem Jahr der krönende Abschluss der Saison werden.
An diesem Morgen ist viel los im Hafen, zwanzig Schiffe sollen heute abgefertigt werden.
Aber wir haben ja Urlaub und lassen es ruhig angehen.
Das Wetter spielt auch mit, und wir legen am frühen Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein ab. 
Wir wollen heute nicht zu weit fahren und haben uns als Tagesziel die Insel Tjüskepolle im Tjeukemeer ausgesucht.
Die Freude darüber wieder schwankende Planken unter den Füssen zu haben ist zwar groß, wir sind aber auch froh nach zweistündiger Fahrt wieder anzulegen - es war doch ein langer Tag. 

Ausgeschlafen und voller Tatendrang starten wir in den neuen Tag. Es ist heute zwar noch etwas kühl, aber die Sonne scheint herrlich.
Das macht Lust auf neue Abenteuer. Gegen neun Uhr legen wir ab und passieren eine halbe Stunde später die Brücke in Echtenerbrug.
Von dort aus soll es weitergehen nach Blockzijl. Wir wählen den Weg über die Dreiwegsluis um weiter Richtung Ossenzijl zu fahren. Besonders schön ist es um diese Jahreszeit im Nationalpark De Weerribben. Alles was laufen kann ist heute auf den Beinen und mit einem fahrbaren bzw. schwimmfähigen Untersatz unterwegs, sei es im Wasser oder zu Lande.
Vor der Brücke in Kahlenberg werden wir gestoppt, da die hiesige Brückenwärterin ihre wohlverdiente Mittagspause macht.
Um dreizehn Uhr geht es weiter und wir tuckern unserem Ziel Blockzijl entgegen. Dass die Sonne heute scheint haben außer uns auch andere Menschen bemerkt, und so kommt es das sich an der dortigen Schleuse sehr viele Leute versammelt haben, die den Booten zuschauen, die durch dieses Nadelöhr müssen. Nachdem auch wir da durch sind machen wir hier fest und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Die Sonne lacht an diesem Morgen wieder vom Himmel, aber es hat sich ein kräftiger Wind dazugesellt. Man merkt schon dass es Sturm geben wird.
Wir verlassen den Hafen von Blockzijl und fahren Richtung Vollenhoven. Um Wartezeiten an der dortigen Brücke zu vermeiden, legen wir den Mast und fahren einfach drunter durch. Der Wind nimmt stetig zu und wir sind sehr gespannt was uns auf dem Zwarte Meer erwartet. Nach dem Passieren der Kadoelerkeersluis bekommen wir den Sturm schon kräftig zu spüren. 
Da die Elisabeth vom Schiffstyp her ein Multiknickspant ist, und sehr gute Fahreigenschaften hat, bringt sie uns sicher durch das aufgewühlte Zwarte Meer. 
Wir wollen auf dem kürzesten Weg nach Kampen und fahren durch den Schipvaartgat Richtung Ganzendiep. 
An der Ganzensluis geht es raus auf die Ijssel. Von hier aus steuern wir den Buitenhaven von Kampen an. Hier finden wir einen geschützten Liegeplatz.
Etwa eine Stunde nachdem wir angelegt haben überquert uns das Zentrum dieses Sturmtiefs, das noch jede Menge Wasser von oben mitbringt.
Danach beruhigt sich das Wetter recht schnell und wir können noch ein wenig durch Kampen bummeln, das immer wieder dazu einlädt. Sehr empfehlenswert !

Nachdem wir hier eine sehr ruhige Nacht verbracht haben, hat Erich heute morgen das neue Havenkantorhaus in Augenschein genommen und das dortige Duschgebäude ausgiebig getestet und für sehr gut befunden.

Wir legen früh ab und unsere Fahrt führt uns die Ijssel stromabwärts bis ins Ketelmeer. Von dort aus in die Randmeere, wo wir nach etwa einstündiger Fahrt die Roogebotsluis allein passieren. Das kommt im Sommer nicht vor, dann ist hier immer was los.
Nachdem wir Elburg hinter uns lassen und das Veluwemeer erreichen, bekommen wir auch die ersten Ausläufer des für heute angekündigten Sturmtiefs zu spüren.
Das Veluwemeer wird schnell zur peitschenden See und die Gischt spritzt gegen die Scheiben und nimmt dem Skipper die Sicht.
Jetzt ist Scheibenwischerdauereinsatz angesagt 
Nach langer Fahrt durch ein sich endlos ziehendes Meer erreichen wir endlich Harderwijk. Hier wird auch das Wetter wieder besser. 
Na, das hatten wir doch gestern schon- Ist aber so. Eigentlich wollen wir hier nur Lebensmittel bunkern, aber wir haben einen schönen Liegeplatz vor der Mühle mit der nostalgischen Zugbrücke gefunden- da bleiben wir doch länger.

Am heutigen Vormittag verlassen wir den sicheren Hafen von Harderwijk wieder und fahren über die Wolderwijd bis zur Nijkerkersluis.
Hier müssen wir auch in der Nebensaison, wenn längst nicht mehr so viele Schiffe unterwegs sind Geduld mitbringen, und uns auf lange Wartezeiten einstellen. Die Berufsschifffahrt hat hier immer Vorrang. Nach dem Passieren der Schleuse lassen wir auch Spakenburg links liegen und steuern im Eemmeer bei Tonne 18 backbord das Flüsschen Eem an.

Die Fahrt auf der Eem ist gemütlich und im Prinzip unspektakulär, wären in Baarn und Amersfoot nicht Umschlagplätze für Kies und Schrott.
Das hat zur Folge, dass man auf diesem schmalen Flüsschen ab und zu mit einem Berufsschiff rechnen muss, und es ein wenig eng werden kann.

Bei der Anfahrt auf Amersfoort zieht ein nicht besonders ansehnliches Industriegebiet an uns vorbei. Man sollte sich jedoch nicht abschrecken lassen, denn ab der Koppelbrug kommt man in das Weichbild der Stadt mit typischen Vorstadthäusern.

Wir lassen auf telefonische Anfrage die Koppelbrug und die darauf folgende "Bewegbare brug" (die Brücke heißt so) für uns öffnen.
Wir machen unser Boot im neuen Eemhafen fest, der in diesem Jahr eröffnet wurde.
Hier hat man keine Kosten Und Mühen gescheut und für den Besucher neuste Technik zur Verfügung gestellt. Das Highlight ist ein Automat mit Touchscreen an dem man seine Liegegebühr inklusive Strom und Wasser mit Kreditkarte oder EC-Karte zahlen kann. Tolle Sache!

Zum Städtchen Amersfoort selbst fehlen uns fast die Worte so überwältigt waren wir von seiner Schönheit.
Ein mittelalterliches Stadttor mit fast vollständig erhaltener Stadtmauer. Man glaubt in einer Filmkulisse zu stehen.
Sehr viele erhaltene alte Lager- und Kaufmannshäuser an die sich moderne Architektur schmiegt.
Das muss man einfach gesehen haben.
Es lohnt sich auf jeden Fall von den Randmeeren aus die ca. 18 Kilometer die Eem hinaufzufahren.

Trotz aller Begeisterung für Amersfoort geht unser Törn heute weiter, die Eem stromabwärts zu den Randmeeren.
Wir nutzen die Gunst der Stunde und legen gemeinsam mit dem Rundfahrtboot um zehn Uhr ab, um dann die beiden folgenden Brücken auch gemeinsam zu durchfahren. Es folgt eine beschauliche Fahrt die Eem hinab, bis zur Mündung ins Eemmeer.
Wir waren schon öfter auf den Randmeeren unterwegs, und Naarden hat uns immer interessiert. Leider liegt die Stadt nicht in unmittelbarer Nähe des Jachthafens. Diesmal sind wir gut vorbereitet und haben unsere Fahrräder dabei. Also, nichts wie hin.
Elisabeth geparkt, Drahtesel ausgepackt und ab in die Stadt.
Naarden ist ein altes Festungsstädtchen das von einer sternförmig angelegten Befestigungsanlage umschlossen ist. Diese beherbergt auch ein Museum. Sehenswert sind auch die Kirche und das Rathaus. In der kleinen Stadt kann man auch vorzüglich bummeln, denn viele kleine Geschäfte in denen vorwiegend Antiquitäten angeboten werden, laden dazu ein.

Eigentlich wollten wir heute übers Markermeer nach Lelystad fahren, aber der Wind macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir wählen den Weg über die sicheren Randmeere zurück.
Hier machen wir einen kurzen Abstecher nach Spakenburg und schauen uns das Städtchen und den Oude Haven an.
Nach dieser kleinen Abwechslung geht es ohne Zwischenstop weiter bis Elbug.
wo wir am späten Nachmittag festmachen.
Heute ging es nur darum, eine größere Distanz zu überwinden um morgen wieder in Overijssel zu sein.

Was für ein Tag! Es hätte alles so schön sein können, aber das Wetter hat uns heute wieder einen neuen Strich durch die Rechnung gemacht. Schon als wir heute Morgen beim Frühstück sitzen.... Regen. Unser geplantes Ziel haben wir ja dann auch erreicht. Von Elburg sind wir schnurstracks nach Meppel gefahren. Aber es hat während der Fahrt ,und auch beharrlich, während wir im Meppeler Jachthafen angelegt haben geregnet. Nachdem wir die Elisabeth sicher in der Box Nr.266 vertäut hatten, mussten wir uns selber wieder trockengelegen und beschliessen keinen Fuß mehr bei diesem Shitwetter auf den Steg zu setzen. Also leider auch heute kein Bummel durchs Städtchen.
So verbringen wir den Nachmittag und Abend an Bord mit Nichtstun und glauben dem Wetterbericht der für morgen Sonne und 17° Grad verspricht.

Na wenigstens hat es heue Morgen aufgehört zu regnen. Von der versprochenen Sonne ist aber nicht viel zu sehen. Da verliert man den Glauben an den Wetterbericht.
Nutzt aber alles nichts. Wir brauchen Wasser und verholen unser heißgeliebtes Charterschiff an den Wassersteiger. Während Erich den Wasserschlauch in den Tank hält und wartet dass dieser sich füllt, habe ich beschlossen heute Morgen zu duschen, damit sein Einsatz nicht umsonst war.
Von Meppel fahren wir über De Wieden nach Steenwijk und legen uns in den Steenwijk- Ossenzijl-Kanaal.
Hier verbringen wir einen gemütlichen Nachmittag und schauen dem vorbeiziehenden Bootsvolk zu.
Leider müssen wir mal wieder feststellen dass einige Charterjachten viel zu schnell unterwegs sind, und keine Rücksicht auf liegende Jachten nehmen. Schade!
Nach einem kleinen Spaziergang am Nachmittag und einem leckeren Abendessen an Bord, genießen wir die Ruhe dieses Abends.

Wir brauchen noch ein paar Lebendsmittel und fahren nach Steenwijk rein. Den Einkauf verbinden wir gleich mit einem kleinen Spaziergang. Seit unserem letzten Besuch, der zwei Jahre zurück liegt, hat sich hier einiges getan. Hier wurde viel um- und neu gebaut, was den Hafen und das Städtchen schöner erscheinen lässt.
Wir wollen weiter nach Joure und fahren noch am Vormittag los.
Unterbrochen wird die Fahrt nur durch eine Brückerstörung in Noordwest- Overijssel und die obligatorische Nachmittagspause eines friesischen Brückenbediensteten.
Später als gedacht erreichen wir den Passantenhafen und parken die "Elisabeth" in eine Box und genießen die Ruhe an Bord.
Am Abend bekommen wir noch ein tolles Feuerwerk geboten, das auf der in Joure stattfindenden Kirmes abgebrannt wird. 

Unser heutiges Ziel: Lemmer. Den dortigen Gemeindehafen erreichen wir mittags und machen an der Außenkade fest. 
Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Nachmittag, verlassen wir am Abend erneut das Schiff und laufen noch mal ins Städtchen um dort in der Pizzeria Milano essen zu gehen. Mmm, echt lekker.

Es geht nach Sneek und am Boulevard füllen wir mit unserem Schiff die letze Lücke an der Kade.
Darauf folgt ein langer ausgiebiger Spaziergang durch die City. Am späten Nachmittag legen wir wieder ab und fahren zu einem Marrekriteliegeplatz im Sneeker Meer.

Unser letzter Tag an Bord der Elisabeth bricht an. Trotzdem wollen wir nicht hektisch werden, und lassen den Tag ruhig beginnen.
Am Vormittag legen wir ab und fahren nach Grou. Da das Städtchen eher klein ist, fällt auch unser Stadtbummel entsprechend aus.
Hier bleiben wollen wir aber nicht und machen schnell wieder los. Im Jachthafen von Starteiland wollen wir den letzten Abend verbringen, und schon einmal ein paar Sachen für unsere morgige Abreise packen. 

So, nach dem Frühstück heißt es "klar Schiff" machen, den wir müssen heute zur Charterbasis zurück. Wir genießen noch den herrlichen Sonnenaufgang und fahren um neun Uhr zum Heimathafen der "Elisabeth".

Nachdem alle Sachen im Auto verstaut sind, das Schiff abgenommen wurde, und wir uns verabschiedet haben geht es Richtung Heimat.

Fazit:
Wer einmal in die Randmeere fährt sollte einen Abstecher nach Amersfoort machen. Es lohnt sich auf jeden Fall. 

Naarden, die alte Festungsstadt ist ebenfalls einen Besuch wert. 
Da der Gem. Jachthafen von der Stadt ca. 4 km entfernt liegt, sind Fahrräder ratsam.
In diesem Törnbericht haben wir nicht so viele Bilder von den Städten Kampen, Elburg und Harderwijk eingestellt, weil wir diese im Sommer 2004 besucht haben. Siehe Törn 2004 August.

Die Jacht:
Wir verlassen die "Elisabeth" mit einer Träne im Auge, da dieses wundervolle Schiff ab der Saison 2008 nicht mehr zur Charterflotte von Yachtcharter Sneek gehört. 

An dieser Stelle vielen Dank 
an Gretha, Sytze, und Fritz für die, wie immer, freundliche Betreuung.