Mit der "Andrea" durch Friesland & Overijssel

Es fällt mal wieder schwer passende Worte für eine Einleitung zu finden, also werden wir einfach darauf verzichten.
Unser Urlaubsdomizil für die nächste Woche wird die Andrea sein, die im Hafen von Yachtcharter Sneek auf uns wartet.
Gegen 13 Uhr sind wir startklar und unser Törn kann beginnen.
Obwohl es recht windig ist verlassen wir ohne Probleme den Hafen und fahren weiter auf dem Houkesleat ( früher Houkesloot ).
Seit März 2007 haben alle friesischen Seen, Kanäle und Wasserwege in Fryslân einen friesischen Namen.
Auch wir werden uns diesen Gegebenheiten anpassen und die entsprechenden Namen verwenden, die auch in den neusten Wasserkarten verzeichnet sind.
Den Prinses-Margriet-Kanaal fahren wir weiter in südlicher Richtung bis zum Follegeasleat. Eigentlich wollen wir an der Insel Marchjepôlle übernachten, aber nirgends ist ein windgeschütztes Plätzchen zu finden.
Also entschließen wir uns nach Echtenerbrug zu fahren, wo wir auch eine ruhige Nacht verbringen. 

Der Morgen beginnt mit einer guten Tasse Kaffee und einem Blick auf den Kanal, dessen Wasseroberfläche spiegelglatt vor uns liegt.
So, Kaffee war lecker und eine Kleinigkeit haben wir auch gefrühstückt.
Wir starten die Maschine und fahren zur Mr. H. P. Linthorst - Homansluis wo wir nach dem Schleusen weiter Richtung Ossenzijl fahren.
Durch das Naturschutzgebiet De Weerribben, das auch in dieser Jahreszeit sehr reizvoll ist, geht es weiter. 
Unser Weg führt uns nach Steenwijk wo wir im Passantenhaven festmachen. 
Hier brechen wir zu einem Spaziergang auf, der uns nach einigen Gehminuten, in ein gemütliches Städtchen führt.

Bevor wir unsere Reise fortsetzen gehen wir noch zum nahe gelegenen Supermarkt, um uns für die nächsten Tage mit Lebensmitteln zu versorgen.
So, jetzt kann es weitergehen und wir fahren Richtung Zwartsluis, denn das soll unser heutiges Tagesziel sein.
Außer ein paar Brücken, die für uns gehoben werden müssen, passiert auf dieser Fahrt nichts Spektakuläres. Gegen Mittag erreichen wir die Beukerssluis, wo wir zu einer kleinen Mittagspause gezwungen werden, da der Schleusenwärter auch gerade eine Pause einlegt.
Am frühen Nachmittag sind wir auch schon am Ziel und machen am Gemeindehafen von Zwartsluis fest. Auch hier wird ausgiebig geprüft was die Geschäftswelt so zu bieten hat.
Aufgrund von Internetrecherchen ist uns bekannt, dass Jachtcharter Panorama, hier in Zwartsluis beheimatet, ein neues Schiff vom Typ "Breva 1020 OK" in Dienst stellen wird.
Wir nutzten diese Reise, um einmal einen Blick auf diese Jacht zu werfen und fahren mit der "Andrea" zum Hafen von Jachtcharter Panorama, wo wir auch die Nacht verbringen dürfen. 

Auch heute Morgen trödeln wir nicht lange rum, und machen, nachdem wir uns von Herrn Hagemann und Herrn van de Berg verabschiedet haben, die Leinen los.
Unsere Reise geht weiter über das Zwarte Water vorbei an Hasselt.
Hier ist vorausschauendes Fahren wichtig, denn auf dieser Strecke ist sehr viel Industrie angesiedelt, und es wird Kies und Sand in großen Mengen umgeschlagen. Richtung Zwolle wird es dann wieder ruhiger und man kann wieder einen Blick auf die Landschaft werfen, die an uns vorbei zieht. Auch Zwolle selbst lassen wir an uns vorbei ziehen, da wir hier schon einmal waren. In der Spooldersluis werden wir auf das Niveau der Ijssel gehoben, auf der wir bis nach Kampen wieder hinunterfahren. Hier steuern wir den Oude Buitenhaven an. 

Da es gestern Abend etwas später geworden ist, lassen wir es heute doch etwas ruhiger angehen. So um 10°° Uhr werfen wir die Leinen los, um aufgrund des guten Wetterberichtes Urk anzusteuern. Wind 2-3 aus NO, ideal für unser Vorhaben. Auf der Ijssel geht es flott voran, da die Strömung und ein bisschen Rückenwind für den zusätzlichen Schub sorgen.
Als wir das Ketelmeer erreichen geht es im wahrsten Sinne des Wortes "immer der Nase nach". Am Ende kann man die Ketelbrug schon sehen, und da müssen wir durch. Wer mit einer Charterjacht über das Ijsselmeer nach Urk möchte, sollte vorher mit seinem Vermieter abklären ob die Jacht für das Ijsselmeer zugelassen ist, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Da Urk bei guter Sicht von der Ketelbrug aus sehr gut zu sehen ist, fahren wir unterhalb des Deiches direkt darauf zu. Hier waren wir schon lange nicht mehr und es hat sich eine ganze Menge verändert. Die Infrastruktur des Hafens hat sich stark verbessert, denn es wurden viele neue Liegeplätze geschaffen. Rund um den Hafen wurde die Promenade aufgewertet und lädt zum Verweilen ein. Obwohl es sich rund um den Hafen stark verändert hat, ist der urige Charakter des Dorfes erhalten geblieben. Leider kann man den Leuchtturm seit ein paar Jahren nicht mehr besichtigen. Schade! 

Bei herrlichem Sonnenschein verlassen wir an diesem Morgen Urk und werfen einen letzten Blick vom Ijsselmeer aus darauf. Unser Ziel soll heute Lemmer sein. Da das Wetter mitspielt und der Wind sehr günstig steht, haben wir uns die Route über das Ijsselmeer ausgesucht. Kurz vor 12 erreichen wir die Lemstersluis die für uns noch bedient wird. Vor der Flevobrug legen wir dann an und machen auch eine Pause. Später fahren wir weiter bis zum Gemeinde-Jachthafen und machen dort die Andrea für die Nacht fest. Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit einem Stadtbummel und ausgiebigem Aufenthalt am Strand.
Den Abend lassen wir in der Pizzeria "Milano" ausklingen.

Wir fahren gegen 9:30 Uhr los und wollen nach Sneek, weil man hier so schön bummeln kann. Über den Prinses - Margriet - Kanaal fahren wir auf direktem Weg dorthin und machen am Simmerrak unser Boot fest. Nachdem wir eine Kleinigkeit gegessen haben gehen wir in die Stadt und besuchen dort auch die Frühjahrskirmes. Nach drei Stunden wird es uns langsam kalt und so beschließen wir zum Boot zurück zu gehen. Hier an Bord ist es lekker warm und wir verbringen den Abend mit faulenzen.

Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen ein und fahren um 9 Uhr zur Charterbasis zurück. Hier wird die "Andrea" aufgetankt und abgenommen, aber es ist wie immer alles tip top.
Schnell sind unsere Sachen im Auto verstaut und nachdem wir uns verabschiedet haben fahren wir auch schon nach Hause.

Fazit:
Wir hatten eine tolle Woche. Am besten hat uns die Fahrt über die Ijssel und das Ijsselmeer gefallen. Die "Andrea" ist das richtige Schiff für dieses Revier, da sie sehr stabil gebaut ist und gute Fahreigenschaften hat. 

Für die Fahrt übers Ijsselmeer braucht man die Erlaubnis des Vercharterers und man sollte über eine gewisse Erfahrung in punkto Navigation verfügen.
An dieser Stelle vielen Dank 
an Gretha, Sytze, und Fritz für die, wie immer, freundliche Betreuung.
Danke auch für den extra Fahrtag.