Overijsssel & Friesland

Da uns die Wolvenjacht 5 von Jachtcharter Panorama im letzten Jahr so gut gefallen hat, haben wir beschlossen auch in diesem Jahr die niederländischen Gewässer mit dieser tollen Jacht unsicher zu machen.

Als Fahrgebiet haben wir in diesem Jahr mal wieder Noordwest Overijssel und Friesland ins Auge gefasst, und das nicht ohne Hintergedanken. Unsere Freunde Marion & Roger, die wir über den Wassersport kennen gelernt haben, sind zur gleichen Zeit mit der Aaltje von Yachtcharter Sneek unterwegs. Da bietet sich ein Treffen förmlich an. Der Treffpunkt ist der Passantenhafen von Joure. Da wir uns lange nicht gesehen haben, kann sich jeder denken, dass unser Wiedersehen entsprechend herzlich ausfällt. Wir verbringen gemeinsam eine herrlichen Tag mit Bummeln, Essen gehen und Erzählen. Und es gibt viel zu erzählen! Entsprechend spät, oder sollte ich lieber sagen früh, endet unser lustiger Abend auf der Aaltje. Auch den Donnerstag verbringen wir zusammen mit unseren lieben Freunden an einem Liegeplatz am Sneeker Meer.

Am heutigen Freitag kehren Roger und Marion zur Charterbasis zurück. Wir hingegen fahren über die Middelseeroute weiter nach Leeuwarden. Hier haben wir diesmal die Möglichkeit den unvollendeten Kirchturm „Oldehove“ zu besteigen. Eine enge Wendeltreppe führt nach oben, und da der Turm auf etwa 40 Meter Höhe 1.68 Meter zur Seite geneigt ist, hat man das Gefühl beim Aufstieg aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Eigentlich wollen wir weiter nach Harlingen an die See, aber das Wetter gibt uns zu denken. Allgemein ist es zwar sonnig und freundlich, aber der Wind ist sehr kräftig und kalt. So entscheiden wir uns binnen zu bleiben und weiter nach Dokkum zu reisen. An diesem Wochenende ist in den Niederlanden der „Tag des Denkmal“ und so haben wir auch hier die Möglichkeit die Mühle „Zelden Rust“ zu besichtigen. Nach einem ausführlichen Stadtbummel fahren wir weiter auf dem Dokkumer Grootdiep und nehmen den nächsten freien Liegeplatz der uns gefällt. Am kommenden Tag führt uns unser Weg zum Princenhof. Hier geniessen wir die Ruhe der Natur an der Insel Rangerspôlle.

Unser Kühlschrank hat mittlerweile bedenkliche Lücken und die wollen wir auf dem Weg nach Stavoren auffüllen. Im Passantenhafen Heeger Wal legen wir an, um im nahe gelegenen Supermarkt einzukaufen. Hier ist allerdings zu bemerken, dass dieser Hafen auch über Tag Liegegeldpflichtig ist (1,- € pro Person). So weit, so gut, wir waren nur zwei Personen. Aber kommt ein Jacht mit einer grösseren Crew ...?
Der Weg führt uns weiter bis Galamadamen, wo unsere Tagesetappe endet.

Mal was anderes – wir sind eine „ Zwei-Mann-Crew“ und Erich steht zu 99% am Ruder. Nun möchte ich als weibliches Crewmitglied nicht nur mit Leine und Fender an der Gangbord stehen. Das kann ich schon. Ich möchte meine Manövrierkenntnisse vertiefen, um sicher im Umgang mit einem Schiff zu werden. Gesagt, getan, nachdem ich also in Galamadamen viermal ab- und dreimal wieder angelegt habe, und der Steg noch an seinem Platz ist, setzen wir unsere Reise in Richtung Stavoren ohne einen Kratzer im Schiff fort. Hier soll nicht der Eindruck entstehen, ich will meinen Mann von seinem Lieblingsplatz schubsen, aber ihm könnte ja mal was passieren.

Nach kurzer Fahrt erreichen wir am späten Vormittag Stavoren. Bei unserem Spaziergang über den Deich und durch den alten Fischereihafen, kommen wir auch am Fähranleger vorbei. Fast gleichzeitig haben wir die Idee, morgen mit der Fähre nach Enkhuizen überzusetzen, um den Tag dort zu verbringen. Wir bezahlen an diesem Abend die Liegegebühr für zwei Tage, und freuen uns auf morgen.

Wir nehmen die erste Fähre in Stavoren um 10:05 Uhr, und erreichen nach 80 min. Fahrt Enkhuizen. Es erwartet uns ein wunderschönes Städtchen mit vielen historischen Gebäuden und einem sehr schönen Hafen. Sehr empfehlenswert. Nach 5 Stunden Aufenthalt geht es mit der letzten Fähre zurück. 
Nähere Informationen zu Fahrzeiten der Fähre und weiteren Angeboten, sind beim Hafenmeister des Gemeindehafens Stavoren, beim VVV- Büro.

Geplant ist nach Lemmer zu fahren, aber das Wetter lässt eine Fahrt über das Ijsselmeer nicht zu. Wir nehmen den Weg über das Fluessen- und Heegermeer. In Sloten bleiben wir hängen. Komisch ? Das ist uns schon mal passiert. Am dortigen Passantensteiger verbringen wir die Nacht.

Bevor es heute weitergeht sind wieder Fahrstunden für Petra angesagt. Ihr Vorsatz: „Mut zur Lücke“. Die vor einigen Tagen geübten Manöver kann ich heute direkt umsetzen, und bringe das Schiff punktgenau an den Steg. Ich glaub ich hab das ganz gut gemacht – der Fahrlehrer nickt mit dem Kopf. Na, dann kann ja nix mehr schief gehen.

Im Gemeindehafen von Lemmer legen wir das Schiff an die Kade. Hier liegt man zwar am Tag etwas unruhig, da die vorbeifahrenden Schiffe nicht auf Sog- und Wellenschlag achten, aber in der Nacht ist es ruhig. Nach einem ausführlichen Bummel durch das Städtchen, lassen wir den Tag ausklingen. Am kommenden Morgen machen wir noch eine Fahrradtour zur etwas ausserhalb gelegenen Princes Margrietsluis. Gegen Mittag legen wir ab und fahren an diesem Tag bis zur Dreiwegsluis. Unser Urlaub neigt sich nämlich langsam dem Ende, und wir müssen zurück nach Noordwest Overijssel.

An diesem Sonntagmorgen machen wir uns früh auf den Weg nach Blokzijl. Es gefällt uns hier sehr gut, weshalb dieses Ziel nie fehlen darf, wenn wir schon mal in der Gegend sind. Wir treffen hier gegen Mittag ein. Aber der Hafen „De Kolk“ ist bereits voll und wir weichen auf die Liegeplätze hinter der Keersluis aus. Von hier aus sind es bis zur Stadt nur ein paar Gehminuten.

Unser letzter Tag an Bord der Wolvenjacht bricht an. Auf dem Weg zur Charterbasis besuchen wir vorher noch Genemuiden. Hundertmal vorbei gefahren und nie beachtet. Passantenliegeplätze gibt es hinter der offen stehenden Keersluis am Ende des Hafens. Das Städtchen ist klein und sehenswert. Und Hasselt statten wir auch gleich noch einen Besuch ab, wo wir schon mal in der Nähe sind. An der Stadtkade liegt man sehr unruhig, da die vorbeifahrenden Schiffe viel Sog- und Wellenschlag verursachen. Es schadet nicht wenn man ein bis zwei Fender mehr raus hängt. Hasselt ist auch ein sehenswertes Städtchen mit vielen schönen alten Fassaden.

Nun denn, der Tag neigt sich dem Ende und wir fahren zurück nach Zwartsluis um im Heimathafen der Wolvenjacht 5 die letzte Nacht an Bord zu verbringen. Als wir im Hafen von Jachtcharter Panorama ankommen sind wir alleine und machen kurz hinter der Hafeneinfahrt mit dem Heck zum Zwartewater fest. Von hier aus haben wir einen schönen Blick auf die vorbei fahrenden Schiffe. Später kommt Herr Hageman vorbei um uns zu begrüßen und das Boot auf zu tanken. Wir unterhalten uns noch eine Weile über unseren Törn und sprechen über unsere Pläne für den Herbst. Mal ein Wochenende mit der „Flevo II“ fahren wäre nicht schlecht! Schau`n wir mal . . . ;-)

Tot ziens Zwartsluis

 

Fazit:
Es war ein toller Törn und wir haben viele schöne und uns bestens bekannte Orte besucht. Ein besonderes „persönliches“ Highlight war das Treffen mit unseren Freunden, Marion & Roger aus Kassel. Ein zweites „touristisches“ Highlight war der Besuch von Enkhuizen.Das war grossartig!


Ein herzliches Dankeschön an Herrn Hageman und sein Team