Mit der Spätsommersonne auf Reisen

Hallo Wassersportfreunde,

für unseren diesjährigen Törn haben wir uns ein Boot von Yachtcharter Hofstra aus Grou ausgesucht. Es handelt sich dabei um einen Pikmeerkruiser 10,50 OK, den wir im Frühjahr in Augenschein genommen haben. Wir haben die Möglichkeit einen Tag früher anzureisen und so beginnt unser Urlaub bereits am 26.09. 

Nachdem das Pflichtprogramm mit Boot einrichten, Einkaufen und Einweisung absolviert ist, legen wir gegen 13 Uhr ab. Auf dem Weg nach Scharnegoutum an der Middelseeroute, das unser erstes Ziel auf unserer Reise sein soll, kommen wir auch an Starteiland vorbei und wie sollte es sein? Wir bleiben über Nacht, weil es so schön ist.

Zeitig legen wir ab und fahren über die Middelseeroute nach Franeker. Im Passantenhafen dieser kleinen Stadt legen wir an und machen einen ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt. Es erwartet den Besucher eine schöne Fußgängerzone mit reichlich Einkaufsmöglichkeiten und Lokalen die zum Verweilen einladen.

Und weiter geht die Fahrt nach Harlingen. Im Jachthafen WV Harlingen, dessen Einfahrt kurz vor der Tsjerk Hiddessluis liegt, machen wir in einer Box fest und melden uns für zwei Übernachtungen an. Wir packen unsere Fahrräder aus und erkunden damit weitläufig die Umgebung. Nach einer Radtour durch die Stadt konnten wir auch bequem bis auf die Spitze der kilometerlangen Hafenmole fahren. Und ohne daß die Füße schmerzten war auch noch eine Tour durch den Fischereihafen möglich.

Zu Fuß machen wir uns heute früh auf den Weg zum nahe gelegenen Fähranleger und nehmen die Fähre nach Terschelling. Nach zwei Stunden Fahrzeit erreichen wir den Hafen der Insel. Für heute hat der Wetterdienst Windstärke 6 voraus gesagt und das ist hier deutlich spürbar. Eigentlich wollen wir Räder mieten um die Insel zu erkunden, aber bei dem starken Wind verzichten wir darauf. Wir bleiben in West – Terschelling und wandern durch die Dünen und das Städtchen. Da der Wind unaufhörlich bläst und es langsam unangenehm wird, beschließen wir schon um 15:30 Uhr mit der Schnellfähre „Tiger“ wieder zum Festland zu fahren, was pro Person 15 € extra kostet. Dafür fahren wir allerdings auch im Eiltempo zurück und erreichen nach einer dreiviertel Stunde Fahrzeit Harlingen.

Nach zwei Tagen im schönen Jachthafen von Harlingen machen wir uns auf den Weg nach Sneek. Wir legen noch einmal für kurze Zeit in Franeker an um noch Lebensmittel zu bunkern. Ohne eine weitere Unterbrechung fahren wir nun unserem heutigen Ziel entgegen und erreichen das Waterpoort in Sneek am späten Nachmittag. Hier verbringen wir auch die Nacht.

Wir wollten schon immer mal nach Hindeloopen. Per Schiff aber nur über das Ijsselmeer zu erreichen und binnen nur mit einem entsprechend kleinen Schiff. Leider waren die Gegebenheiten aber nie günstig, entweder Schiff zu groß oder Wetter zu schlecht. Also gehen wir die Sache mal von hinten an Wir wählen als nächst gelegenes Ziel Koudum aus und machen im KoudumerFar vor der ersten Brücke an einem Anleger im Grünen fest. In nur 25 Minuten radeln wir über gut ausgebaute Radwege durch Felder und Wiesen unserem Ziel entgegen. Der Weg hat sich gelohnt. Wir haben ein schönes Dorf besucht in dem es nicht nur zwei Fotomotive gibt, sondern viele idyllische Ecken und Winkel die das Herz eines nach Motiven suchenden Fotografen höher schlagen lassen. Unterstrichen wird unser Ausflug von herrlichem Sonnenschein und jeder Menge Gegenwind auf der Rückfahrt, aber was soll´s. Leute fahrt nach Hindeloopen, es lohnt sich!

Auf geht’s nach Stavoren, denn hier waren wir schon ein paar Jahre nicht mehr. Nach dem obligatorischen Spaziergang über den Deich und durch das kleine Städtchen kehren wir wieder zum Schiff zurück. Hier hat sich in den letzten Jahren nicht wirklich viel verändert. So beschließen wir wieder zu fahren und schaffen es noch bis Woudsend. Hier vertreten wir uns auch noch ein bisschen die Beine und lassen es für heute gut sein.

Uns zieht es nach Lemmer, weil es uns hier so gut gefällt. Noch vor dem Mittag machen wir an der Kade vom Jachthafen Lemmer-Binnen fest. In der Stadt sind alle Liegeplätze belegt, warum auch immer.
Das Wetter ist immer noch super und es macht Spaß durch die Strassen zu schlendern. Auf dem Rückweg zum Schiff knickt Petra mit dem linken Fuß um und er schwillt an. Wieder an Bord wird der Fuß sofort gekühlt. Wie soll es weiter gehen? Petra kann ja nicht an Deck rumhumpeln.
So beschließen wir einen Hafentag einzulegen, damit Petra sich schonen kann. Dank Multimedia und Internet kommt keine Langeweile auf.
Das Kühlen des verstauchten Fußes hat Erfolg. Die Schwellung lässt nach und somit auch die Schmerzen. Juhu! Meiner Crew geht es wieder gut und wir können unseren Törn fortsetzen.

Wir wollen übers Ijsselmeer nach Urk und haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Es ist Nebel und als wir aus dem Industriehafen kommen können wir gerade Mal bis zur nächsten Tonne sehen. Das macht keinen Sinn. Also schleusen wir in den Noordoostpolder ein und erreichen um die Mittagszeit Urk. Dank einer Durchfahrtshöhe von 2,35 m brauchte keine Brücke für uns gehoben werden. Echt gut!
Es ist außergewöhnlich voll in Urk. Warum? Keine Ahnung. Wir finden aber einen Liegeplatz an der Aussenkante im Nieuwe Haven.
Wir haben Glück, der Leuchtturm ist geöffnet, was nicht immer vorkommt. Also erklimmen wir die wenigen Stufen und werden mit einen herrlichen Rundblick über Urk belohnt. Es ist sehr schön hier.

Im Gegensatz zur ersten Woche haben wir kaum Wind und so machen wir uns auf den Weg nach 
Lelystad. Wir steuern die Tonne HR – B an und fahren dann weiter an der Flevo Marina vorbei bis zu den Houtribsluizen. Der Bataviahaven kommt dann auf der linken Seite in Sicht. Als wir einlaufen haben wir freie Platzwahl. Alle sind noch in Urk. Was kann man hier unternehmen? Bataviawerft u. Scheepsarcheologie Museum besuchen. 
Das Outlet Center, das hinter dem Museum ist, hat 365 Tage im Jahr geöffnet! Es war sehr voll und man hatte den Eindruck hier gibt es was umsonst. Auch wir haben uns verleiten lassen mal zu gucken, haben aber nur was fürs Enkelkind gekauft. Es gab nichts umsonst.

Es zieht Nebel auf und unsere geplante Abfahrt verzögert sich um eine Stunde. Dann klart es auf und wir fahren quer übers Ijsselmeer nach Lemmer. Urk lassen wir steuerbord liegen und erreichen um 14:28 Uhr Lemmer. Fahren wieder durch die Stadt und legen im Jachthafen Lemmer- Binnen wieder an. Der Hafenmeister hat mich wieder erkannt und fand es toll dass wir zum dritten Mal hier sind. Nun ja, 3 x Lemmer hat man auch nicht immer. Ist aber auch schön hier.

Joure soll heute unser Ziel sein und der JH ist fast leer. Ich freu mich schon auf einen ruhigen und entspannten Nachmittag. Doch plötzlich ich glaube es nicht, da kommen doch 5 größere Jachten von De Drait in den Hafen und legen sich gegenüber von uns in die Boxen. Alles junge Leute an Bord und ich sehe meine Ruhe schon dahin schwinden. Bin in Gedanken schon eine andere Box am suchen. Petra sagt ich soll doch mal die Ruhe bewahren und abwarten. Und siehe da, die jungen Leute verhalten sich recht ruhig und selbst am Abend ist es still auf den 5 Jachten. Hab mich geirrt.

Sneek ist auch immer wieder schön und so fahren wir zum Zomerrak wo wir einen schönen Liegeplatz für die „Stern“ finden. Gehen bummeln und ich esse auch noch ne’ Kleinigkeit. Fritten spezial & Frikandel ist Pflicht.
Da wir unsere Ruhe und was zum Gucken haben wollen, fahren wir wieder zum JH Stareiland wo wir auch am ersten Abend waren. Herrlich so ganz allein auf der Insel.

Heute fahren wir zum Princenhof und drehen mit dem Boot eine schöne Runde durch die Natur. Mittags machen wir an einem Marrekriteanleger fest und genießen die herrlich warme Sonne. Bei einer Tasse Kaffee und Keksen freuen wir uns des Lebens und finden es schade dass der Törn nun bald vorbei ist. Aber wie sagt man: Nach dem Törn ist vor dem Törn!
Am späten Nachmittag fahren wir zurück zum Heimathafen der „Stern“ um in Ruhe ein wenig klar Schiff zu machen. Denn wir müssen morgen um 10 Uhr von Bord.

Fazit:
Jo, das war unser Törn 2013 mit sehr viel Wind und noch mehr Sonne. Das Wetter spielte mit und wir haben mal wieder ein paar neue Ziele angesteuert. Terschelling, Hindeloopen u. Bataviastad waren sehenswert und werden sicher wieder in die nächste Törnplanung aufgenommen. Mit den Rädern haben wir in Harlingen eine sehr große Hafenrundfahrt gemacht. Es wäre nicht möglich gewesen das zu Fuß zu bewältigen. Hat sich mal wieder gelohnt die Drahtesel mitzunehmen.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Törn.

Petra & Erich